Instrumentation für sinfonische Blasorchester (www.rundel.de)

"Dieses Buch soll eine kleine Einführung in den Bereich „Instrumentieren für sinfonisches Blasorchester“ sein. Die vorliegenden Überlegungen und Anregungen ergeben sich aus meinen Erfahrungen als Komponist und Dirigent im Amateur- und Profibereich und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder alleinige Wahrheit. Es ist eine Bestandsaufnahme meiner bisherigen Erfahrungen in diesem Genre und sicherlich ein guter Weg zur Annäherung an das Phänomen Instrumentation. Da jeder Arrangeur oder Komponist ein „Suchender“ ist, sollte man sich mit diesem Buch nicht in seiner Kreativität und Experimentierfreude eingeschränkt fühlen." - Thomas Doss -

 

 

Dimensionen der Ensembleleitung

(www.musicshopeurope.com)

„Dirigieren – das Vorzeichnen der Musik“
Das Kopieren von Bewegungsstilen, musikalischen Meinungen und/oder Habitus können die Entwicklung
eines Dirigenten beeinträchtigen; stattdessen sollte der Lernwegweiser von objektiven Kriterien ausgehen
und die natürlichen, unverbrauchten Anlagen eines Schülers analysieren und zu einem individuellen Stil
entwickeln. Die Imitationsmethode kann im günstigen Fall inspirierend sein, unterbindet jedoch jegliche
Entwicklung zu eigenem Selbstverständnis und Stil.
Ein Lehrer sollte die Persönlichkeit des Dirigierschülers fördern, indem er den Prozess der kritischen Betrachtung
und Diskussion auslöst. Auch das Hinterfragen und Übernehmen von Verantwortung dafür, was man am
Pult auslöst, ist eine ewig treibende Kraft in der Entwicklung eines Dirigenten. Es geht letztendlich darum, der
Musik zu dienen und sie nicht durch schlechte Technik zu missbrauchen.
Neben einer Sammlung von schlag- und dirigiertechnischen Etüden habe ich ein Kompendium an Übungen
für die Unterrichtspraxis zusammengestellt, welches sich mit den Gesetzmäßigkeiten der Schlagtechnik
auseinander setzt und dem Schüler erlaubt, seinen eigenen Bewegungsstil zu finden und zu entwickeln.
Die Bewegungsmodi sind systematisch aufgebaut und können durch Variation an Gruppengröße, Niveau und
Situation angepasst werden. Das Simulieren der Ensemblesituation ist ab einer gewissen Gruppengröße durch
die Schüler selbst möglich und eine willkommene Abwechslung. Zudem spiegelt es nach dem Ursache-
Wirkungs-Prinzip reale Situationen wider.
Schlagtechnik kann durch gymnastische Übungen entwickelt und präzisiert werden; Dirigiertechnik hingegen
ist komplexer und bedeutet, wie und auf welche Art und Weise man die Schlagtechnik einsetzt. Hierbei synergieren
Phänomene wie Atem, Klangvorstellung, Mimik und Gestik zu einem funktionierenden, suggestiven
Werkzeug.
Die Motorik ist für das Organisieren und Zum-Ausdruck-Bringen von Musik so wichtig, dass sie aus dem
Unterbewusstsein, also sensomotorisch, funktionieren sollte. Deshalb ist stetiges Wiederholen und Ausbauen
der vorliegenden Übungen – ähnlich wie beim Üben einer Instrumentaletüde – unbedingt notwendig.
Die Übungen am Ende sollen nicht nur schlag- und dirigiertechnisch angewandt werden, sondern besonders
als Interpretationsübungen dienen. Die Arbeit mit einem Ensemble macht den Lernprozess erst komplett!
Aus diesem Grund sollte von Anfang an jede Gelegenheit zur Arbeit mit einem Ensemble genutzt werden.
Feedback aus Lehrproben ist wichtig für die Entwicklung des Persönlichkeitsprofils und nicht zuletzt für die
Dirigiertechnik selbst. Außerdem wirkt der Unterricht andernfalls sehr schnell steril.
Dirigieren ist eine ganzheitliche, kreative Verhaltensform, in der sich Intellekt und Intuition in suggestiver Form
verbinden. Die Ästhetik der Bewegungsabläufe kann durchaus beeinflussend auf die Ästhetik der Wiedergabe
wirken!
Das Vorzeichnen des musikalischen Ablaufs darf nie zu einem selbstdarstellerischen, choreographischen
Prozess werden, sondern muss Substanz demonstrieren, um Substanz zu fordern.

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