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Einer musikalischen Rarität hat sich der LINZER KONZERTVEREIN in seinem Herbstkonzert 2016 angenommen. Es handelt sich um die Trauermusik "Dem Andenken Bruckners" für großes Orchester von Otto Kitzler. Da sich heuer der Todestag Anton Bruckners zum 120. Mal jährt erweist das Linzer Orchester dem großen Tonkünstler seine Reverenz.
Otto Kitzler, geboren 1834 in Dresden war ein ausgezeichneter Cellist und Kapellmeister. Als solcher kam er auch an das Linzer Landestheater und hier gewann er 1861 den um zehn Jahre älteren Domorganisten Anton Bruckner als Schüler, der bei ihm "regelmäßigen Unterricht in der Orchestration" genommen hat. In dieser Studienzeit entstanden die ersten größeren Arbeiten Bruckners für Orchester. Kitzler ging von Linz als Kapellmeister nach Rumänien, anschließend nach Brünn. Bruckner und Kitzler blieben sich aber zeit ihres Lebens freundschaftlich verbunden.


Im November 1905 fand in Brünn die Uraufführung der Trauermusik von Otto Kitzler "Dem Andenken Bruckners" statt und im selben Jahr auch im Großen Saal des Musikvereins in Wien. Schon ein Jahr später erklang das Werk am 21. Oktober 1906 im Kaufmännischen Vereinshaus um 4 Uhr nachmittags als erstes statutenmäßiges Konzert des Musikvereines in Linz unter Leitung des Musikdirektors August Göllerich. Bei den Orchesteraufführungen in Brünn, Wien und Linz wurde anscheinend das persönliche Notenmaterial Otto Kitzlers verwendet, das unauffindbar war und erst vor kurzem von dem Dozenten Erwin Horn, der sich besonders dem Leben und Wirken Anton Bruckners widmet, im Thüringischen Landesmusikarchiv in Weimar ausfindig gemacht. Nach eingehenden Recherchen konnte Präsident Hans Lißberger einer Kopie der handschriftlichen Partitur habhaft werden und für den LINZER KONZERTVEREIN die Orchesterstimmen erstellen lassen. Nun erklingt die Trauermusik nach 110 Jahren wieder in Linz. Im Herbstkonzert des LINZER KONZERTVEREINS am 30. November 2016 im Brucknerhaus.

Auf dem Programm des Konzertes, das von Thomas Doss geleitet wird, steht auch das Konzert für Violine und Orchester Nr. 5 in A-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart mit Lili Holetschek als Solistin und von Franz Schubert die Sinfonie Nr. 7 „Die Unvollendete“. Den Abschluss des Konzertes bildet die Tondichtung "Finlandia" von Jean Sibelius.

Elisabeth Oberlik

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